Labo Talk

Eva Maria Kalbhenn und Aleksandra Chirek

LABO Talk 40 News: Shamonda-Virus!

Aktuelle Lage, klinisches Bild und Diagnostik

24.09.2026 11 min Aleksandra Chirek, Swanhild Wagenfeld

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge LABOTalk News wird das sich seit August rasant ausbreitende Shamonda-Virus besprochen. Shamonda ist ein durch Gnitzen übertragenes Orthobunyavirus, dass bisher bei Rindern, Pferden und Kamelen zu Erkrankungen geführt hat. Bei Rindern kommt es zu wässrigem Durchfall, Appetitlosigkeit, teils Fieber und starkem Milchrückgang, während beim Pferd neurologische Symptome im Vordergrund stehen. Das Virus ist in Deutschland neu, erfahren Sie im Podcast alles Wichtige zur Diagnostik.

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LaboTalk News – Folge 40: Das Shamonda-Virus in der Rinder- und Pferdepraxis

In dieser Episode von LaboTalk News sprechen Aleksandra Chirek und Kollegin Swanhild über das neu in Deutschland nachgewiesene Shamonda-Virus. Seit diesem Sommer breitet sich der Erreger in Deutschland aus und stellt Rinder- sowie Pferdepraktiker vor neue Herausforderungen.

🎙️ Zu Gast in dieser Folge
  • Aleksandra Chirek (Moderation, LaboTalk)
  • Swanhild Wagenfeld (Diagnostik & praktische Tierärztin)
📌 Die wichtigsten Themen der Episode
  • Was ist das Shamonda-Virus? Ein Orthobunyavirus (Simbu-Serogruppe, verwandt mit dem Schmallenbergvirus), das durch Gnitzen (Culicoides) übertragen wird. Ursprünglich in Afrika und Japan beheimatet, wurde es im Sommer nach Deutschland eingeschleppt.
Klinisches Bild beim Rind:
  • akuter, wässriger Durchfall und Fieber (nicht immer), 
  • drastischer Milchrückgang auf Herdenebene (wirtschaftliche Verluste), 
  • Aborte, Leerbleiben bei Trächtigkeitsuntersuchungen und Folgeschäden wie erhöhte Zellgehalte oder Klauenprobleme.
Das Shamonda-Virus beim Pferd:
  • Überraschender Befund: Unklare neurologische Fälle in Süddeutschland zeigten positive Shamonda-Nachweise im Gehirn. 
  • Symptome: Ataxie, Somnolenz, extreme Überempfindlichkeit, unkontrollierte Muskelzuckungen. 
Diagnostik & Probenahme:
  • Rind: 2-3 Tiere in der akuten Fieber-/Durchfallphase beproben (Kot oder EDTA-Blut) 
  • Pferd: Sehr kurze Virämie! Bei verstorbenen/euthanasierten Tieren unbedingt Gehirngewebe oder Liquor untersuchen.
Prävention & Therapie:
  • Bislang kein Impfstoff verfügbar. 
  • Fokus auf Vektorenschutz: Aufgusspräparate, Fliegendecken, Ventilatoren im Rinderstall, Aufstallen in der Dämmerung/Nacht.
Entwarnung beim Menschen:
  •  Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich um keinen Zoonoseerreger.